Judoabteilung TV-Niederstetten

Judo – mehr als nur Sport!

Persönlicher Nachruf Michael Pawlitschek

Liebe Judokas,

ich habe euch eine traurige Mitteilung zu machen.

Michael Pawlitschek ist tot.

Viele von euch werden ihn nur dem Namen nach kennen, weil er als Ehrenmitglied genannt wurde, oder aus Erzählungen über die „alten Tage“.

Mike war es der mich vor 30 Jahren zum Judo gebracht und meine ersten Schritte auf der Tatami als Trainer und Freund begleitet hat. Ihm habe ich meine technischen Grundlagen, mein Verständnis des Judos und meine liebe zum Judo zu verdanken!

Für René, Volker, Steffen, Anita, Wolfgang Kinscher und viele Anderen war er Freund, Wettkampfkamerad, Trainer und Mentor.

Zu jener Zeit wurde bei uns Wettkampfjudo betrieben – sehr erfolgreiches Wettkampfjudo!
Die meisten der Pokale und Trophäen die ihr bei der letzten Hauptversammlung als Dekoration sehen konntet stammten von damals.

Das Training war hart und anstrengend – vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt – aber es hat Spaß gemacht!!!
Und nach dem Training ging es zu Pawlitscheks um den „Flüssigkeitsverlust “ auszugleichen und noch ein bisschen gemütlich beisammen zu sein. Bei Pawlitscheks – damit ist das Haus gegenüber dem Rathaus gemeint, wo heute ein Friseursalon ist.
In Mikes Elternhaus war unser „Vereinsheim“.

Dieses „Beisammensein nach dem Training“ – oder Wettkämpfen, wenn wir „we are the Champions“ gröhlten — vermisse ich sehr.

Zurück zu Mike.
Er und seine Mutter Anneliese haben unsere Abteilung geprägt und zu dem gemacht was sie ist.

Anneliese als Abteilungsleiterin und als Frauenwart im WJV und Mike als Wettkämpfer und Trainer.

Ich habe im Laufe der letzten 30 Jahre viele Judokas – Hochgraduierte und Weltklassekämpfer kennengelernt – aber so filigrane Techniker die das „Siegen durch Nachgeben“ – das Judoprinzip – im Wettkampf umsetzen – und als Trainer vermitteln zu können wie Mike das konnte habe ich wenige gesehen. Er war für uns ein Glücksfall!

So viele Erinnerungen gehen mir durch den Kopf.
Aber ich kann mich nicht erinnern, dass Mike einmal laut geworden ist er hat durch Können überzeugt. Einmal hat ein tiefer Blick in meine Augen gereicht um mich zurechtzuweisen.

Nie werde ich meine Grüngurtprüfung vergessen.
An diesem Freitag war kein Training sondern Gürtelprüfung, was ich nicht wusste. Also marschierte ich im Judogi in das Dojo ein und „platzte“ in die laufende Prüfung.

Mike: „Willst Du auch Prüfung machen?“
Ich: „Nöö ich wuste nicht dass Prüfung ist – Entschuldige bitte die Störung“
Mike: „Jetzt bist schon da – dann machst auch Prüfung! Hast deinen Pass dabei?“
Ich: „Nöö“
Mike: „weist wenigstens wo er ist?“
Ich: „Ja – Im Regal in meiner Wohnung in Mergentheim“
Er: „Worauf wartest – Fahr los und hol ihn!“

An einen Widerspruch meinerseits war gar nicht zu denken.
Worauf ich mit meinem Karman Ghia in Rekordzeit nach MGH ins Weberdorf und mit Pass zurück düste.
Im Dojo hatte Mike seine damalige Freundin Manuela (deutsche Meisterin) angewiesen das Prüfungsprogramm nochmals mit mir durchzugehen.
Resultat: Grüngurt als Bester bestanden.
So war Mike.
Er wusste was er tat. – Und was er tat, tat er 150 prozentig!

In Weikersheim hat er sein Abitur abgelegt, danach Informatik studiert.
Er gründete eine eigene IT Firma die er mit seinen Partnern sehr erfolgreich, in Esslingen, geführt hat.

Fürs Judo hatte er dann keine Zeit mehr, so dass er den Judogi „an den Nagel hängte“ – Wie gesagt – was er tat, tat er 150 prozentig.

Ganz oder gar nicht – dies glaub ich, war sein Lebensmotto.

Mein tiefst empfundenes Mitgefühl gehört seiner Familie und besonders seiner Mutter Anneliese.

Bitte Verzeiht wenn der Text etwas wirr geworden ist.
Wie Martin Luther sagt: „Wes Herz voll ist dem geht der Mund über“
Und mein Herz ist voll Trauer.

Lieber Mike,
RUHE IN FRIEDEN!

Uwe Ludewig
Abteilungsleiter

2 thoughts on “Persönlicher Nachruf Michael Pawlitschek
  • Steffen Frank sagt:

    Lieber Mike,

    wie Uwe weiß ich nicht, wo ich anfangen und wieder aufhören soll, wenn ich an früher denke.

    Uwe hat hier sehr treffende Worte gefunden.

    Auch wenn es nun zu spät ist und wir uns nun beinahe 25 Jahre aus den Augen verloren haben, möchte ich hier noch einmal DANKE sagen!

    Danke für Dein Wissen!
    Danke für die viele Zeit, die Du in uns investiert hast!
    Danke für Deine Freundschaft!
    Danke … einfach für alles!

    Du hast nicht nur mich, sondern viele von uns geprägt!

    Auch wenn wir uns so lange Zeit nicht mehr gesehen haben, so verging kaum eine Woche, in der ich nicht an diese Zeit zurückdachte.

    Ich bin nicht der Einzige, der Dir und Deiner Mutter Anneliese viel zu verdanken hat.

    DANKE

    Mein tiefst empfundenes Beileid Deiner Familie und Anneliese!

    Liebe Grüße, wo auch immer Du nun sein magst
    Steffen

  • Matthias Bücker sagt:

    … ich habe es bis heute (11.02.2017, Beisetzung von Mike) nicht gewusst, dass er ein erfolgreicher Judoka war!

    Kennengelernt habe ich Mike anfangs der 1990 Jahre als ich bei der Ciba-Geigy in Basel lange und intensiv mit ihm zusammengearbeitet habe. Ich erinnere mich noch häufig und sehr gerne daran! Dann haben wir uns irgendwie aus den Augen verloren.

    Und jetzt die Ironie der Geschichte: Im Jahr 1999 haben wir unseren Sohn zum Judo angemeldet und ich habe mich die ersten Male mit auf die Matte gesetzt. Die Konsequenz war, dass ich auch mit Judo begonnen habe und inzwischen hier in Buggingen der Abteilungsleiter geworden bin. Hätte ich von Mikes Judo-Vergangenheit gewusst, wie gerne hätte ich einen Erfahrungsaustausch auch in diesem Bereich organisiert …

    In Gedenken an Mike

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